Geflügel vom Brunnenhof GbR

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Wenn Puten-Kinder krank werden!!
Mäusdorf, 18.11.2007 14:55:00 h

Ich hab mir lange überlegt, ob ich über dieses Thema schreiben soll.
Wer will schon gerne von einem Geflügelbetrieb hören oder lesen, daß seine Tiere krank sind oder werden können. Es gehört aber auch zu meiner Aufgabe, hier nicht nur die Sonnenseiten der Geflügelhaltung zu schildern oder immer nur Sonnenschein zu verkünden, auch die weniger guten Tage gehören hierher. Es wäre gelogen, zu behaupten, unser Geflügel werde nicht krank. Was andere erzählen oder nicht, ist deren Sache. In einem meiner Artikeln habe ich meine Meinung zur Vogelgrippe ja schon geäußert.

Sicher ist sicher!!


Es gibt auch noch andere Krankheiten, die viel wichtiger sind und immer wieder auftauchen. Es gibt verschiedene Krankheitserreger.
Da ich kein Tierarzt bin, ist es wichtig, einen in seiner Nähe zu haben. Wir haben einen Geflügelfachtierarzt, der uns im Falle einer Erkrankung schnell sagen kann, was es für eine Krankheit ist und was wir dagegen tun können.
Ich bin allerdings derjenige, der Krankheiten im Vorfeld verhindern kann. Und eines ist mir klar: Der Tod der Pute sitzt im Darm.
Eine gesunde Darmflora, eine an Alter und Leistung abgepasste Ernährung und eine Tier und wesensgemäße Haltung ist das A und O einer gesunden und efolgreichen Geflügelhaltung. Wenn das nicht ermöglicht werden kann, sollte man kein Geflügel halten.

Drei Beispiele von möglichen Erkrankungen oder Problemen.

Kokzidiose:
Eine immer wieder auftauchende Erkrankung in der Aufzucht ist die Kokzidiose. Diese Krankheit kommt in fast jeder Aufzucht vor. Beschleunigt wird diese Krankheit durch feuchtwarme Witterung und feuchte Einstreu.
Symptome sind hier Federsträuben, blutiger, dünnflüssiger Kot, bis hin zu blutiger Blinddarmentzündung. Hier kann ich den Ausbruch recht schnell entdecken und entweder mit homöo - oder allophatischen Medikamenten behandeln.

Pilzerkrankungen
Bei Pilzerkrankungen ist häufig ein Pilzbefall im Futter verantwortlich. Da ich auch eigenes Getreide verfüttere, kann ich durch trockenen Drusch oder einer nötigen Getreidetrocknung meines Getreides, diesem vorbeugen.
Naja, am besten ist es natürlich ohne Krankheiten auszukommen, dies ist allerdings nicht immer möglich.

Quarzmangel und Magenverstopfung
Die Pute verdaut nicht enzymatisch, sondern durch Zermahlen des Futters im Muskelmagen. Dazu benötigt die Pute in der Aufzucht Quarzsand und später Steine. Fehlt dem Magen z.b.Quarzsand, kann das Futter nicht zermahlen werden, eine schlechtere Futterverwertung ist der Fall. Bei Stroh oder Hobelspäne im Magen ist das der sichere Verlust des Tieres. Das Material kann nicht zerkleinert werden und verstopft somit den Magen bis hin zum Darm. Das Tier verhungert.
Auch durch sofortige Gabe von Quarzsand und den Einsatz von Ergänzungsfuttermittel (Mineralien) ins Trinkwasser, kann der Schaden nur etwas begrenzt werden. Verluste sind vorprogrammiert.
Dieses Problem stellt sich leider immer wieder dar. Das letzte mal als ich das Problem hatte war es etwas kurios. Drei Verluste, davon eins durch Verstopfen des Magens mit Quarzsand, eins mit Hobelspänen und Stroh und eins hatte Kokzidiose. So kanns gehen, aber wie ich immer sage:
"Du kannst 100 Aufzuchten machen, du lernst hundert mal dazu".


Was ich allerdings Vorbeugend machen kann ist

Eine robuste Rasse!
Trockene Einstreu!
Ausgewogenes Futter!
Angepasste Quarzsand und Steinefütterung!
Sauberes und frisches Trinkwasser!
Freilandhaltung!
Und natürlich entsprechende Hygienemaßnahmen!


Zusätzlich verabreiche ich in verschiedenen Abständen über das Trinkwasser eine Kräuteröldarmregulanz, ein Homöophatisches Mittel mit ätherischen Ölen. Damit wird eine Gesunderhaltung der Darmflora gefördert.
Regelmäßig müssen Geflügelbestände über 200 Tiere gegen ND
( Newcastle Disease ) geimpft werden. Diese ist Staatlich vorgeschrieben.
Naja, so hoffen wir doch immer, verschont zu bleiben von irgendwelchen Krankheiten und Problemen, die uns nix als Ärger bereiten.
PS: Da unser Geflügelfachtierarzt auch begeisterte Motorradfahrer ist, unterhalten wir uns auch manchmal nur über das Thema Motorradfahren. Und sollte er mal auf diese Seite kommen, sei ihm eins gesagt:

Harley Fahrer sind doch die besseren, grins.


Es muß sich nicht immer nur um Krankheiten drehen.
In diesem Sinne.
Maik Noz